„Sie bringen Farbe in das Leben der Menschen!“ – AKBK-Maler vollenden ihr Zooprojekt

„Sie bringen Farbe in das Leben der Menschen!“ – AKBK-Maler vollenden ihr Zooprojekt

Was lange währt wird endlich gut: Am 8. April fand das Zooprojekt, eine Kooperation des Adolph-Kolping-Berufskollegs mit dem Allwetterzoo und der Maler-Innung Münster, seinen krönenden Abschluss.
Die auszubildenden Maler des Adolph-Kolping-Berufskollegs hatten in einem letzten und ambitionierten Kraftakt unter der Regie ihres Abteilungsleiters Herrn Gericke und ihrer Fachlehrerin Frau Großelohmann die Außenfassade von Deutschlands einzigem Zoohafen gestaltet.
Zur Feierstunde mit Imbiss konnte die Zoodirektorin Frau Dr. Schehka neben den Verantwortlichen des Adolph-Kolping-Berufskollegs am Freitag, dem 8. April 2022 auch etliche Stellvertreter der Stadt Münster, der Bezirksregierung, der Maler-Innung, der Kreishandwerkerschaft, der Firma Brillux und vieler Malerbetriebe im Zoohafen begrüßen. 
In ihrer Ansprache lobte sie die imposanten Leistungen, die die jungen Malerinnen und Maler seit 2018 in fünf Großprojekten in den Zooanlagen erbracht haben: „Ihre Arbeiten haben den Beton ansehnlicher gemacht und unseren Zoo aufgewertet!“ Ihr besonderer Dank galt Herrn Gericke und Frau Großelohmann. Auch Herr Hilbk, als Obermeister der Maler-Innung Münster, sprach allen Verantwortlichen des Zooprojekts und auch den Ausbildungsbetrieben seinen Dank aus, um sich dann ausdrücklich an die anwesenden Auszubildenden zu wenden: „Besonders feiern wir heute unsere Zukunft – die Schülerinnen und Schüler!“
Diesem Lob schloss sich auch die Bürgermeisterin Frau Winkel an: „Ihre gute Ausbildung ist die Grundlage für ein gutes Leben. Dass dabei auch der Spaß nicht zu kurz kommen darf, beweist Ihr Zooprojekt, denn die Ergebnisse zeigen, dass sie mit viel Spaß bei der Arbeit waren. Sie bringen Farbe in das Leben der Menschen. Mit Ihrer Arbeit haben Sie ein Werk für die Zukunft geschaffen, auf das Sie stolz sein können.“
Schließlich ergriff auch Frau Weise als Schulleiterin des Adolph-Kolping-Berufskollegs das Wort: „Fünf Jahrgänge unserer Malerklassen haben trotz Unterbrechungen durch die Pandemie den gesamten Workflow von der Auftragsannahme mit Projektpräsentation, Kalkulation, Umsetzung und anschließender Abnahme der Baustelle gemanagt und damit sehr realistisch das ‚Malersein‘ erleben können. Dafür sind wir als Schule heute stolz und dankbar.“ 
Anschließend erläuterte der Auszubildende Markus Laser vom Malerbetrieb Ahlemann die frisch ausgeführten Arbeiten und lud die Gäste zum Rundgang ein, wo die jungen Malerinnen und Maler die Entstehung der Exponate auf Schautafeln dokumentiert hatten.
Der Lehrplan für den Berufsschulunterricht der Maler- und Lackierer sieht zwölf Lernfeder vor. Unter anderem fordert er von den Lehrenden und Lernenden Aktivitäten, die sich auf das berufliche Handeln in Situationen des Berufsalltags beziehen und deren Bewältigung durch selbstständiges Planen, Durchführen und Beurteilen im Rahmen der individuellen Berufsstätigkeit fördern. 
Der Allwetterzoo Münster ist in den frühen 1970er Jahren nicht nur sprichwörtlich „in Beton gegossen“ worden, auch optisch war das konsequente Grau in Grau dem farbenfrohen Auftritt seiner zahlreichen tierischen Bewohner bald nicht mehr gewachsen. Im Jahre 2008 fand die erste bunte und lehrreiche Kooperation des Allwetterzoos Münster mit dem Adolph-Kolping-Berufskolleg statt, die damals von fünf Kleingruppen durchgeführt wurde. Zehn Jahre später begann die erneute und, wie sich bald zeigte, nachhaltige Kooperation: Im Rahmen von fünf großen Projekten sollten weitere Bereiche des Allwetterzoos malerisch und vor allem bunt mit den berühmten Tier-Motiven des Designers Oliver Hartmann aufgehübscht werden. Bereits abgeschlossen wurden die Gestaltung einer Nordsee-Landschaft bei den Kegelrobben, der Innenbereich der Asiatischen Elefanten, die Gehege der Persischen Leoparden und Sibirischen Tiger sowie die Gestaltung des Artenschutzzentrums. Im April 2022 wurde nun das letzte und mit Abstand größte der fünf Projekte vollendet: Die Außenfassade des Zoohafens. 
Die Schülerinnen und Schüler des Adolph-Kolping-Berufskollegs begegneten bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung des gemeinsamen Projekts wie gewohnt souverän allen Herausforderungen – sie hatten im Vorjahr bereits erfolgreich den Einschränkungen durch die Pandemie getrotzt und in diesem Jahr erschwerte ihnen die widrige Witterung die Arbeit. 
Nachdem die Auszubildenden die Untergründe vor Ort geprüft, das Aufmaß genommen und die Flächen bestimmt hatten, begannen sie mit der digitalen Webrecherche. Sie ist die Grundlage für die Entwurfsplanung und Farbbestimmung. In verschiedenen Teams erstellten die jungen Malerinnen und Maler thematische Gestaltungskonzepte. Die ersten einfachen Handskizzen wurden dabei bald von digitalen Skizzen auf iPads und der Übertragung in professionelle Gestaltungssoftware abgelöst. 
Durch das Zusammenspiel von digitaler Präsentationstechnik und der tatkräftigen Unterstützung durch die Lehrkräfte des Adolph-Kolping-Berufskollegs und die Mitarbeiter der technischen Abteilungen des Allwetterzoos konnten sämtliche Details präzise umgesetzt werden, wobei die Firma Brillux auch diesmal großzügiger Weise das komplette Sponsoring übernahm. 
Alle Verantwortlichen und Teilnehmenden dieser einzigartigen Kooperation im Malerhandwerk waren sich einig, dass das Zooprojekt die Auszubildenden individuell weitergebracht hat und dass der Stolz und die Freude über die selbst geschaffenen Ergebnisse noch lange anhalten werden.
Die gelungene Feierstunde im Zoohafen unterstützten auch 20 Schülerinnen und Schüler der Abteilungen Lebensmittelgewerbe und Köche des Adolph-Kolping-Berufskollegs. Unter der Leitung von Frau Hugenroth und den Bildungsgangverantwortlichen Frau Hoene und Frau Mitschker hatten sie als kulinarische Belohnung ein deftiges und süßes Fingerfood-Buffet mit Spezialitäten aus aller Herren Länder gezaubert, das sich die auszubildenden Malerinnen und Maler (nach getaner Arbeit) und auch ihre begeisterten Gäste mit sichtlichem Genuss und viel Vergnügen schmecken ließen.

Text: Ingo Gericke und Werner Grundhoff
Fotos: Dirk Heese und Werner Grundhoff