Branding in Brüssel – Senoa (GTGM1) berichtet über ihr Auslandspraktikum
Senoa aus der Jahrgangsstufe 12 der Höheren Berufsfachschule für Gestaltung des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat ihr Praktikum im Rahmen des Erasmus+ Programms bei einer Marketing- und Kreativagentur in Belgien absolviert. In einem Interview mit unserer Europakoordinatorin und Fachlehrerin Frau Timpe erzählt sie von ihren Praktikumserfahrungen im Ausland.
Warum hast du dich für ein Praktikum im Ausland entschieden?
Ich wollte schon immer gerne Erfahrungen im Ausland sammeln. Als sich die Gelegenheit bot, dies mit einem Fachpraktikum im Rahmen des Erasmus+ Programms zu verbinden, habe ich meine Chance ergriffen. Ich habe intensiv in verschiedenen Ländern und Branchen gesucht und mich riesig gefreut, als es mit der Zusage geklappt hat.
Warum ausgerechnet in Belgien?
Mich hat Belgien als direktes Nachbarland Deutschlands sehr angesprochen, vor allem aber die Agentur selbst. Ich habe im Vorfeld gründlich auf deren Website recherchiert und war begeistert von ihren Projekten. Da die Agentur sehr zentral in Brüssel liegt, war es für mich eine tolle Chance, mitten in Brüssel zu arbeiten und die Stadt kennenzulernen.
Was waren deine Aufgaben im Praktikum?
Ich hatte verschiedene Aufgaben, vor allem im Bereich Grafikdesign. Gemeinsam mit meiner Betreuerin habe ich an Branding-Konzepten gearbeitet – von Typografie über Farbpaletten und Logos bis hin zur Erstellung von Moodboards. Ein besonderes Highlight war ein Videodreh am Strand von Knokke im Rahmen einer Städtekooperation. Außerdem habe ich Präsentationen für bekannte Marken wie Autohero gestaltet, sowie eine mehrteilige Instagram-Post-Reihe in InDesign zum Firmenjubiläum der Marke Krog entworfen, die am Ende sogar offiziell veröffentlicht wurde.
Welche Orte hast du besucht?
Neben der Arbeit im Büro in Brüssel war ich wie gesagt für einen Videodreh am Strand in Knokke. Ein weiteres Erlebnis war die Einladung zu einem AD-Store-Opening-Event mit Live-Musik, wohin ich das Agenturteam begleiten durfte. Zudem haben wir für Videodrehs die Innenstadt von Brüssel erkundet und uns in Online-Meetings mit externen Kunden und Partneragenturen ausgetauscht.
In welcher Sprache hast du kommuniziert?
Im Team wurde hauptsächlich Niederländisch und Französisch gesprochen. Aber meine Kolleginnen und Kollegen waren super rücksichtsvoll: Sobald ich dabei war, haben alle auf Englisch gewechselt. Sogar die Montagsmeetings, in denen die anstehenden Wochenaufgaben besprochen wurden, fanden auf Englisch statt. So konnte ich alles problemlos verstehen und mich von Anfang an willkommen fühlen.
Welchen Menschen bist du begegnet? Wer hat dich unterstützt und betreut?
Meine Hauptansprechpartnerin war meine Betreuerin Noa, die in der Agentur für Grafikdesign zuständig ist. Sie hat mir Briefings geschrieben und mir die Aufgaben persönlich oder per Videokonferenz erklärt. Darüber hinaus habe ich eng mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Marketing und PR zusammengearbeitet – etwa bei gemeinsamen Eventbesuchen oder Videodrehs.
Was hast du Neues gelernt? Was hast du über dich selbst gelernt?
Fachlich habe ich Einblicke gewonnen, wie eine Agentur wirklich funktioniert, welche Aufgaben dort anfallen und wie die Kundenkommunikation abläuft. Persönlich bin ich durch das Praktikum viel offener und selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, mich selbstständig zu organisieren und mir meine Aufgaben eigenverantwortlich und zeitlich gut einzuteilen.
Was war das überraschendste, aufregendste oder tollste Erlebnis?
Es gab unglaublich viele tolle Momente! Schon der erste Tag war besonders, weil ich im Team sehr herzlich empfangen wurde. Zu den Highlights gehörten auf jeden Fall der Videodreh am Strand und das Musik-Event. Das gesamte Praktikum war eine großartige Erfahrung, so dass ich mich gar nicht auf ein einzelnes Erlebnis festlegen kann.
Gab es auch mal schwierige Situationen? Wie bist du damit umgegangen?
Am ersten Tag war die Orientierung in der fremden Stadt eine Herausforderung. Ich hatte mich in den Bahnverbindungen vertan und kam prompt zu spät. Ich bin aber ruhig geblieben, habe mich nicht stressen lassen und ab dem zweiten Tag meine Route am Vorabend genau recherchiert. Danach lief alles reibungslos. Zudem hatte ich im Betrieb immer Ansprechpartner, an die ich mich bei Fragen wenden konnte.
Würdest du ein Auslandspraktikum weiterempfehlen?
Auf jeden Fall! Man sollte sich allerdings im Vorfeld genau überlegen, wo die eigenen Interessen liegen, und gezielt nach passenden Betrieben suchen, statt sich einfach irgendwo zu bewerben. Wenn man ein Praktikum wählt, das zu den eigenen beruflichen Zielen passt, ist es eine unbezahlbare Erfahrung.
Welchen Rat würdest du interessierten MitschülerInnen geben?
Eine gründliche Vorbereitung ist das A und O! Dazu gehören eine professionelle Bewerbung, ein aussagekräftiger Lebenslauf und ein ansprechendes Portfolio, die man gut im Unterricht vorbereiten kann. Wichtig ist auch, individuelle und motivierte Anschreiben zu verfassen, die speziell auf das jeweilige Unternehmen eingehen, statt Standard-Bewerbungen zu versenden.
Hat das Stipendium alle Kosten gedeckt?
Ja. Die Preise in Brüssel sind zwar etwas höher als in Deutschland, aber mit dem Geld aus dem Stipendium bin ich sehr gut zurechtgekommen und es hat völlig ausgereicht.
Für weitere Informationen und Hilfe bei den Formalitäten steht unsere Europakoordinatorin Frau Timpe bereit.
Text: Anja Timpe, Europakoordinatorin